Professionelle M&A-Beratung im Mittelstand

 

Unternehmer-Gehälter

im Zuge der Unternehmensbewertung für KMU

 

Unternehmer-Gehälter spielen im Zuge der Unternehmensbewertung für kleine und mittlere KMU eine oft bewertungstechnisch dominierende Rolle.

 

Anzunehmend typisch sind hierbei „normierte“ GF-Vergütungen, die auch nicht am Unternehmen kapitalmäßig „beteiligte“ Führungskräfte im regulären Einkommens-Spiegel als persönliches Brutto-Gehalt + gesetzlich regulative + finanziell (direkte) + (indirekte) AG-typischen Nebenleistungen im Sinne einer wirtschaftlichen Gesamt-Vergütung erhalten.

 

Ein i.v.g.S. branchentypisches Vollzeit-Tarif-Gehalt eines langjährig erfahrenden Meisters oder Kaufmanns der mittleren Führungsebene liegt so ca. um die 5.000 € Brutto, ggf. auch bis ca. 5.500 € (und mehr) im Monat. Dies wie gesagt (noch) im oberen Tarifbereich, ohne AT-Bezüge, ohne GF-Zuschläge, Boni, Tantiemen, Firmenwagen etc. usw.

 

Dies für ca. 40 Arbeitsstunden in der Woche:

 

+ mit ca. 30 Tagen p.a. arbeitgeberseitig bezahltem Urlaub;

 

+ AG-bezahlten Freistellungen für Krankheit, Arztbesuche etc. usw.;

 

+ normativen AG-Sozialbeträgen (KV+RV+AV) von ca. 22 - 25%;

 

+ Überstunden-Vergütungen;

 

+ ggf. betrieblich / arbeitgeberseitig bezahlter AG-Sozialbeträgen (bAV, VBL etc.);

 

+ primär AG-bezahlte Leistungen für berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung;

 

+  im Extremfall (Kündigung) Ausgleichssprüchen (Kündigungsschutz / Kündigungszeiten / finanzielle Abfindungsansprüchen) gegen den Arbeitgeber;

 

+ Ansprüchen aus AV-Versicherungen gegen Arbeitsagentur für 12 – 24 Monaten etc. usw.

 

Ein „normaltypisch“ selbstständiger Unternehmer (in KMU) arbeitet 60 Std. (und mehr) in der Woche, hat keinen Anspruch auf AG-bezahlten Urlaub, AG-Freistellungen für Krankheit etc., AG-Sozialbeträge, AG-Überstundenausgleich, AG-A-F-W-Bildungsbeiträge, K-Schutz und K-Abfindungen, AV-Leistungen etc. usw. u.v.a.m. …, die er nicht vorab selbst (persönlich finanziell) erwirtschaftet oder (sofern möglich) versicherungstechnisch selbst vorfinanziert hat.

 

Im Detail:

 

Normatives Tarifgehalt eines langjährig berufsqualifizierten Meisters / Kaufmanns ca. 5.000 € / Monat (brutto), i.e. 65.000 € p.a. (brutto) für 40h / Woche.

 

Abgleich 40h / zu 60h für „persönlichem Arbeitseinsatz“ für die eigene Firma > + 50% > i.e. 65.000 € p.a. mit jetzt 60h / Woche = 97.500 € p.a. (brutto)

 

+ AG-regulative AG-Sozialbeiträge ca. 21 – 25%, i.e. ca. € 15.000 € p.a.

 

+ AG-finanzierte A-F-W-Bildungsbeiträge ca. 10%. i.e. ca. € 6.500 p.a.

 

+ AG-finanzierte sonstige Kosten + Umlagen ca. 10%. i.e. ca. € 6.500 p.a.

 

Summe 125.500 € p.a. für alle vorgenannten Positionen.

 

Selbstverständlich erscheinen nicht alle vorgenannten Positionen auf der persönlichen Lohnabrechnung bzw. in den Personalkosten der G+V, sind aber reale bzw. situative Kosten, die im Rahmen der Gesamt-G+V der (eigenen) Firma einzurechnen sind, um ein typisch betriebliches Arbeitnehmer-Einkommen und ein typisch selbstständiges Unternehmer-Einkommen konditionell vergleichbar darzustellen.

 

Bedeutet (jetzt vor oder nach) persönlich individuellen Steuern / Unternehmenssteuern + latenten Risikoposten (siehe oben), dass:

 

Wer sich unterhalb der vorgenannten persönlichem Einkommens-Schwelle (all-in) Brutto-Einkommen + alle genannten AG-Kosten (als Unternehmer) „selbstständig“ machen will, „verschenkt (quasi) Geld“.

 

Heißt im Umkehrschluss jedoch auch, dass im Zuge der Unternehmensbewertung von KMU ein diesbezüglich angemessenes GF-Gehalt + alle genannten AG-Kosten (als Summe bzw. als Kosten) einzurechnen sind.

 

Wie gesagt, sind hier typische GF-Zuschläge, Boni, Tantiemen, Firmenwagen, sonstige GF-Goddis etc. usw. noch nicht berücksichtigt.

 

Insbesondere kleine und ertragsschwache KMU scheitern bereits an dieser Hürde, da der regelmäßige Gesamtertrag des Unternehmens (vor Unternehmer GF-Gehalt) die vorgenannte Untergrenze nicht erreicht. Der Unternehmer damit weniger verdient als ein vergleichbar qualifizierter / vollzeitbeschäftigter Angestellter mit Tariflohn im oberen Tarifspiegel.

 

Bei der Unternehmensbewertung von Personengesellschaften sind die vorgenannten Zahlen bzw. Werte i.d.R. einfach zu ermitteln, da Gehälter, Sozialabgaben etc. des / der geschäftsführenden Inhaber nicht über die G+V des Unternehmens abgerechnet werden. Der Gewinnausweis des Unternehmens ist damit „vor GF/GL-Vergütungen“. Die normiert angemessene GF/GL-Vergütungen (netto / brutto) muss damit vom Gewinn abgerechnet werden.

 

Zu ggf. „verdeckten Zahlungen“ des Unternehmens an seine geschäftsführenden Inhaber (z.B. Luxus-Geschäftswagen, Wohnungen im Firmengebäude, quasi-beschäftigte Familien-Mitglieder, interner Rechnung Inhaber an Firma, sonstige a.o. Goddis) bedarf es jedoch einer detaillierten Analyse und ggf. bewertungstechnischer Korrekturen der G+V.

 

Bei der Unternehmensbewertung von Kapitalgesellschaften werden die unternehmensseitig bezahlten Gehälter, Sozialabgaben etc. des / der geschäftsführenden Inhaber über die G+V des Unternehmens abgerechnet. Der Gewinnausweis des Unternehmens ist damit „nach ausbezahlten GF/GL-Vergütungen“.

 

Zur finanziellen Höhe der ausbezahlten GF/GL-Vergütungen und deren Abgleich mit normativen angesessenen Vergütungsstrukturen, ggf. auch „verdeckten Zahlungen“ (siehe oben) bedarf es jedoch (auch hier) einer detaillierten Analyse und ggf. bewertungstechnischer Korrekturen der G+V.

M+A Rüegg Mittelstandsberatung GmbH | Mail: rggbieber@t-online.de